LED-Hallenbeleuchtung in Werkstätten der Deutschen Bahn

Das Licht-Upgrade für das ICE-Werk in Hamburg-Eidelstedt

Mit dem ICE 4 ist die Deutsche Bahn in eine neue Dimension vorgestoßen: Noch nie waren die Züge der ICE-Familie so lange wie die der 4. Generation. Für die 346 Meter langen Züge werden nun die Wartungshallen verlängert und optimiert. Dazu tragen natürlich auch effiziente und flexible NORKA Beleuchtungssysteme bei. Wie, das zeigt sich in Hamburg-Eidelstedt. Es muss schnell gehen. 60 Minuten beträgt die Vorgabe, um einen kompletten ICE 4 zu inspizieren, also die Seiten des Wagenkastens, das Dach und auch das Chassis von unten. Alle zwei Tage rollt das aktuelle Flaggschiff der Deutschen Bahn in die Inspektionshalle, um von kundigen Mitarbeitern auf Schäden oder Verschleiß gecheckt zu werden. Das passiert in den sogenannten ICE-Werken, zum Beispiel in Hamburg-Eidelstedt, wo man seit 1991 auf ICEs spezialisiert ist. Jetzt bekam das Werk ein bauliches Upgrade für die neueste Generation, weil der ICE 4 mit 346 Metern länger ist als alle anderen ICEs davor.

ICE-Zug
NORKA/Günther Fotodesign
Mit 346 Metern sind die ICE-Züge der 4. Generation die längsten, die es bisher gab. Infolgedessen wurden die Wartungshallen optimiert und mit einem effizienten und flexiblen Beleuchtungssystem von NORKA ausgestattet.

Upgrade mit komplett neuem Beleuchtungssystem

Eigens für den ICE 4 ließ die Deutsche Bahn zwei der insgesamt acht Wartungsgleise in Eidelstedt ertüchtigen – für insgesamt rund 87 Millionen Euro. Dafür können die Züge nun auch von unten angefahren werden, um die Unterflur-Batterien auszutauschen. Und auch die Aggregate, die auf dem Dach platziert sind, lassen sich durch eine spezielle Klappbühne bestens erreichen. Damit dies alles effektiv abläuft, wurde auch ein neues Beleuchtungssystem installiert – mit NORKA-Leuchten des Typs Eidelstedt. Bislang war das Werk komplett mit konventionellen Leuchten ausgestattet, im Zuge der Sanierung wurden nun erstmals Leuchten auf LED-Basis sowie eine umfangreiche, bedarfsgerechte Lichtsteuerung installiert.

drei Arbeitsebenen der Wartungshalle: Dach, Wagenkasten und Unterflur
NORKA/Günther Fotodesign
Die neue Beleuchtungslösung adressiert alle drei Arbeitsebenen der Wartungshalle: Dach, Wagenkasten und Unterflur.

Arbeits- und Sicherheitsbeleuchtung von NORKA

Dachbereich
NORKA/Günther Fotodesign
Die Soll-Beleuchtungsstärke von 150 Lux, hier im Dachbereich sogar 300 Lux, wird durch hunderte von raumstrahlenden Ausführungen des Typs EIDELSTEDT m1200 gewährleistet.

Die Aufgabe erwies sich keinesfalls als simpel, sondern im Großen wie im Kleinen ausgesprochen herausfordernd. Damit die Batterien der Züge von unten zugänglich und austauschbar sind, musste die TGA der untersten Ebene nach oben verlegt werden. Zusammen mit den Fachplanern entwickelte NORKA eine Beleuchtungslösung, die genau diese Verlegung ermöglicht und die drei Arbeitsebenen Dach, Wagenkasten und Unterflur adressiert. Die eigentliche Lichtproduktion übernehmen die einlampigen NORKA-Leuchten EIDELSTEDT. Um die Soll-Beleuchtungsstärke von 150 Lux zu gewährleisten – im Dachbereich sogar 300 Lux – verbaute man insgesamt 448 breit- und 156 raumstrahlende Ausführungen des EIDELSTEDT-Typs m1200. Damit nicht genug: Zusätzlich zu dieser Arbeitsbeleuchtung kommt die Sicherheitsbeleuchtung aus 282 breit- und 52 raumstrahlenden EIDELSTEDT-Leuchten, deren Energieversorgung Gruppenbatterien gewährleisten. Die Sicherheitsleuchten sind so ausgestattet, dass die Prüfung zentral erfolgen kann und deren Funktion im Notfall gegeben ist.

Erhebliche Kosteneinsparungen durch LED

Die speziellen LED-Module der Leuchten optimieren dank des erhöhten R9-Wertes (>77) die Farbwiedergabe von Rottönen. Dies entspricht den spezifischen Anforderungen der DB – genauso die Integration von SELV-Kleinspannungsbetriebsgeräten (Safety Extra Low Voltage) zur Versorgung der LED-Module. Die EIDELSTEDT-Leuchte ist DALI-kompatibel, mit fünffacher Durchgangsverdrahtung und zwei Steuerleitungen versehen.
Allein die Umrüstung auf die LED-Technologie von NORKA reduziert die laufenden Kosten der Lichtanlage um 40 bis 50 Prozent. Hinzu kommen Einsparungen durch geringere Wartungskosten der langlebigen LED-Leuchtmittel. Eine weitere Reduzierung der Betriebskosten realisiert die intelligente, weil automatische und tageslichtabhängige Regelung der Lichtstärke.

Arbeitsebene
NORKA/Günther Fotodesign
Die Umrüstung auf LED-Leuchten reduziert die Kosten der Lichtanlage um 40 bis 50 Prozent.

Steuerung mit zentralem und dezentralen Tableaus

Untertableau
NORKA/Günther Fotodesign
Die Untertableaus befinden sich direkt an den Gleisen im Abstand von 100 Metern, über welche die Sektoren links und rechts bedienbar sind. Die Beleuchtungsstärke kann so an individuellen Stellen des Gleises eingestellt werden.

Die Lichtsteuerung wurde vom Partnerunternehmen NORKA Automation speziell für das Projekt konzipiert – allein die Länge der Anlage erforderte dies. Als Kern der Steuerung dient ein zentrales Tableau, das alle Betriebszustände anzeigt, steuert und auch prüft. „Ein zentrales Tableau ist keineswegs selbstverständlich, aber angesichts der drei Arbeitsebenen und der Länge der Halle absolut sinnvoll“, erklärt Serge Stephan, bei NORKA Automation für die Konzeption und Implementierung verantwortlich. „In jeweils 100 Metern Abstand befinden sich direkt an den Gleisen Untertableaus, über die die Sektoren links und rechts davon bedienbar sind“.
Dank der Untertableaus können die Mitarbeitenden beispielsweise die Beleuchtungsstärke dort erhöhen, wo es notwendig erscheint – etwa, wenn es um die Bearbeitung punktueller Details geht. Nach zehn Minuten schaltet das System selbstständig von der maximalen Lichtstärke in den tageslichtunterstützen Standardmodus mit 150 Lux zurück. Und während die Unterflurebene aus Sicherheitsgründen permanent beleuchtet ist, aktiviert sich das Licht der Dachebene erst dann, wenn die Arbeitsbühne zur Benutzung freigegeben ist.

Erweiterung mitgedacht

Übrigens hat NORKA schon weitergedacht: Die Lichtanlage samt Steuerungssystem ist modular konzipiert. Somit wäre das Upgrade der verbliebenen sechs Wartungsgleise in Hamburg-Eidelstedt schnell realisierbar. Denn die nun installierte Steuerung könnte durch weitere Untertableaus einfach ergänzt und die weiteren NORKA-Leuchten auf gleiche Weise integriert werden.

Verwendete Produkte

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