Die LED-Technik schafft neue Möglichkeiten bei der Beleuchtung von Schwimmbädern – mit mehr Gestaltungsfreiheit, Effizienz und Lichtqualität. Zugleich stellen Faktoren wie Feuchtigkeit und chlorhaltige Atmosphäre die Technik auf die Probe. Im neuen Schwimmsportkomplex in Chemnitz nutzten Planer und Installateure die Erfahrung von NORKA als Partner, um solchen Herausforderungen zu begegnen.

Der Stadtteil Bernsdorf hat eine lange Tradition als Ziel für Chemnitzer Wasserratten: Bereits 1925 eröffnete hier ein großes Freibad. Auf dem Gelände entstand seit 2020 die moderne Schwimmhalle, die 2024 eröffnet wurde. Inzwischen sanierten die Chemnitzer Bäderbetriebe auch die Freischwimmbecken, sodass seit der Sommersaison 2025 ein attraktiver Schwimmsportkomplex für alle Jahreszeiten bereitsteht.
Der Neubau der Schwimmhalle hat einen dem Grundstück angepassten polygonalen Grundriss und variiert gemäß seiner Funktionsbereiche in der Höhe. Geschlossene Außenwandbereiche, verkleidet mit grauem Klinker, betten den flachen Baukörper in die natürliche Topografie ein. Die umlaufende bandförmige Glasfassade betont die skulpturale Anmutung des Gebäudes. „Der Badkomplex ist in drei Funktionsbereiche gegliedert“, erläutern die Architekten des Dresdner Büros Code Unique das Raumprogramm ihres Entwurfs: „Ein flacher Foyer- und Umkleidetrakt in Richtung Bernsdorfer Straße, eine große Badehalle mit Ruhezone und Sprung-, Kurs- und Kinderplanschbecken sowie eine abtrennbare Wettkampfhalle bestehend aus einem 25m-Sportbecken mit einigen Zuschauerplätzen.“
Perfekt abgestimmt auf die klare, geometrische Ästhetik des Bauwerks integriert sich die Beleuchtung nahtlos und unaufdringlich in die Architektur. Dafür arbeiteten die Entwerfer eng mit dem Lichttechnik-Experten Michael Kegel aus Königswartha und den Fachingenieuren des Büros Elektroplanung Bautzen GbR zusammen, die bereits eine ganze Reihe von Bäderprojekten erfolgreich bewältigt haben. „Die Architekten wünschten sich lineare Lichtelemente, die sich in die Deckenstrukturen integrieren“, erinnert sich Kegel, „oder noch besser: sogar vollständig in der Decke verschwinden.“ Mit dieser Prämisse entwickelte und berechnete der Planer ein Beleuchtungskonzept. Es greift in entscheidenden Bereichen auf Lichttechnik von NORKA als den Spezialisten für Beleuchtung unter schwierigen Umgebungsbedingungen zurück. „Dank der großen Erfahrung des Herstellers können wir uns bei diesen Produkten darauf verlassen, dass sie auch in der Schwimmhalle viele Jahre gleichbleibend hohe Lichtqualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit abliefern“, so Kegel. Das ist nicht selbstverständlich, denn die typische, warmfeuchte und chlorhaltige Schwimmbadluft greift auf Dauer viele Materialien an. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Dichtigkeit der Leuchten sowie an die Korrosionsbeständigkeit von Gehäusen und Montageelementen.

Die Beleuchtung am 25-Meter-Wettkampfbecken des Bernsdorfer Bades ist mustergültig: Die Leuchten sind hier als durchgehende Bänder entlang des Beckenrands angeordnet, und zwar in Einzelreihen an den Querseiten und in Doppelreihen an den Längsseiten. Dies vermeidet die Blendung der Schwimmsportler und gewährleistet außerdem die gute Zugänglichkeit im Wartungsfall. „Wir erreichen hier Beleuchtungsstärken von 500 Lux auf dem Wasser und 500 Lux an den Startblöcken – orientiert an der DIN EN 12193 zur Beleuchtung von Sportstätten“, erklärt Kegel. Dafür setzte er gemeinsam mit Elektroplanung Bautzen den Leuchtentyp LONDON LED in der speziellen Schwimmbadausführung ein. Die beiden linearen LED-Einheiten in dieser Leuchte bieten eine asymmetrische Lichtverteilung: So wird die gleichmäßige Ausleuchtung der Wasserfläche vom Beckenrand aus möglich.
Einem anderen Ansatz folgt die Beleuchtung im Bereich des Sprung- und des Lehrschwimmbeckens. Hier erfüllt das Lichtkonzept den Wunsch der Architekten nach einer durchgängigen Deckenfläche ohne sichtbare Leuchten, indem lineare Lichtquellen in regelmäßigen Abständen oberhalb der Decke aus abgehängten Rasterelementen angebracht sind. Eine Lösung, die Blendung weitgehend ausschließt, aber erst durch die äußerst langlebige LED-Technik möglich wurde – „für regelmäßige Lampenwechsel wären die Leuchten über dem Becken nur schwer zugänglich“, so Kegel. Hier entschied er sich für den Leuchtentyp ERFURT LED HIGH OUTPUT, eine robuste Leuchte mit Durchgangsverdrahtung, die Lichtströme bis zu 7900 Lumen bei einer Systemleistung von 58 Watt liefert und über eine Lebensdauer von bis zu 100.000 Stunden verfügt. Ihr Schutzrohr-Reflektor erzeugt eine raumstrahlende Lichtverteilung, die Befestigung erfolgt schwimmbadspezifisch mit korrosionsfesten Kunststoffklammern.
Die Planer von Code Unique nutzten verschiedene Deckenbilder, um Raumzonen im Bad zu differenzieren. So gestalteten sie die Decken des Eingangsbereichs, der Cafeteria sowie der Zone am Kinderplanschbecken nicht mit quadratischen Rasterelementen wie über den Sportbecken, sondern mit naturfarbigen Holzlamellen. Die Beleuchtung fügt sich hier in Form von unterschiedlich langen linearen LED-Elementen vom Typ NORKA BRIG ein – abgestimmt auf den jeweiligen Bedarf an Beleuchtungsstärken, der am Kassentresen natürlich höher ist als in einer Ruhezone. Diese Leuchten sind zwischen den Holzlamellen der Decke montiert. Sie bestehen aus einem Aluminium-Profilgehäuse gemäß Schutzart IP 65, im Bernsdorfer Bad kommen Ausführungen mit schlagzäher PMMA-Abdeckung und raumstrahlender Lichtverteilung zum Einsatz.


Ein durchgängiges Merkmal der Beleuchtung ist die neutralweiße Lichtfarbe von 4000 Kelvin, die sich angenehm mit dem Tageslicht mischt, das durch die großzügigen Fensterflächen der Schwimmhalle einfällt. Außerdem ist die Sicherheitsbeleuchtung voll ins Lichtkonzept integriert, indem ein Teil der BRIG und ERFURT LED Leuchten mit entsprechender Technik ausgerüstet wurde: „Diese Leuchten enthalten Überwachungsbausteine für den Anschluss an eine zentrale Notstromversorgungsanlage“, berichtet Michael Kegel. Auf diese Weise wird im Fall eines Netzausfalls eine ausreichende Beleuchtung gewährleistet. Die so ausgerüsteten Leuchten sind für den Betrieb im Gleichspannungsbereich ausgelegt und können einzeln überwacht werden.
Übers Ganze betrachtet, beeindruckt insbesondere der durchgängig hohe Integrationsgrad von Licht und Architektur im neuen Schwimmsportkomplex. Dies gelang dank der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten an Planung und Ausführung – und dank Herstellern wie NORKA, die mit viel Erfahrung und Flexibilität lichttechnische Lösungen liefern, in denen Ästhetik, Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit ein Optimum erreichen.

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