IK-Klasse: Bedeutung und Auswahl der richtigen Schlagfestigkeit für Leuchten

Was ist die IK-Klasse nach EN 62262?

Die IK-Klassifizierung ist ein international anerkannter Standard zur Bewertung der mechanischen Schlagfestigkeit von Gehäusen elektrischer Betriebsmittel. Sie gibt an, wie widerstandsfähig ein Produkt gegen mechanische Einwirkungen wie Stöße, Vandalismus oder versehentliche Krafteinwirkungen ist. Die Norm wurde entwickelt, um sicherzustellen, dass elektrische und elektronische Geräte – je nach Einsatzumgebung – einen angemessenen Schutzgrad aufweisen. Elektrikerinnen und Elektriker sowie technische Plannerinnen und Planer müssen diese Werte berücksichtigen, um die Langlebigkeit und Sicherheit von Beleuchtungssystemen zu gewährleisten.

Die IK-Klasse einer Leuchte wird anhand der maximalen Schlagenergie bestimmt, welcher die Leuchte standhalten kann, ohne ihre angegebenen IP-Schutzart zu verlieren. Diese Werte sind in der Norm EN 62262 festgelegt. Die standardisierten Prüfmethoden zur Bestimmung der mechanischen Widerstandsfähigkeit elektrischer Betriebsmittel sind in der Norm EN 60068-2-75 festgelegt. Für Leuchtengehäuse gilt dabei nach der Leuchten-Norm EN 60598-1 ein Mindestschutz von IK03, die lichtdurchlässige Abdeckung muss mindesten eine Schlagfestigkeit nach IK-Klasse IK02 aufweisen.

IK-Schlagfestigkeit: Die Bedeutung der verschiedenen IK-Codes

Die IK-Klassifizierung ist in die Schutzstufen IK00 bis IK11 unterteilt. Dabei gibt der jeweilige Wert an, welcher Schlagenergie das Produkt widersteht ohne seine IP-Schutzart einzubüßen. Diese Einteilung erfolgt in festen Stufen, die eine zuverlässige Vergleichbarkeit ermöglichen.

Die Durchführung der Prüfung erfolgt mit speziellen Prüfgeräten, die sich je nach angestrebter Schlagfestigkeit der Leuchte unterscheiden. Zur Veranschaulichung der einwirkenden Energie kann man jedoch folgende Analogie ziehen: Eine IK08-Leuchte kann beispielsweise einer Schlagenergie von 5 Joule widerstehen, was dem Aufprall einer 2 kg schweren Kugel entspricht, die aus 25 cm Höhe auf das Gehäuse fällt. Eine IK10-Leuchte widersteht hingegen einer Energie von 20 Joule, vergleichbar mit dem Aufprall einer 5 kg schweren Kugel aus 40 cm Höhe.

Für Werte über 50 Joule Schlagenergie gibt es keine offizielle Klassifizierung nach EN 62262. In manchen Fällen bietet sich eine erhöhte Prüfung jedoch an, jedoch existieren die Klassen IK12, IK13, IK14, IK15 und IK16 oder höher nach EN-Norm offiziell nicht. 

Prüfung der IK-Klasse anhand einer Leuchte
Mittels definierter Prüfmethoden und -vorrichtungen wird die Schlagfestigkeit nach EN 60068-2-75 bestimmt.

IK11+: Schutz bis 150 Joule

NORKA prüft die Schlagfestigkeit bis 150 Joule und kennzeichnet dies mit der Angabe IK11+, um zu verdeutlichen, dass die Prüfung über die Klasse IK11 hinausgeht. Durchgeführt wird diese Prüfung analog zu den nach EN 60068-2-75 vorgegebenen Methoden.

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IK-Klassifizierung für Leuchten: Warum Schlagfestigkeit entscheidend ist

Die Schlagfestigkeit von Leuchten ist besonders in anspruchsvollen Umgebungen wie Industrieanlagen, Zuwegungen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Straßenbeleuchtung entscheidend. Eine hohe IK-Klasse gewährleistet, dass die Beleuchtung auch bei versehentlichen oder mutwilligen Beschädigungen funktionsfähig bleibt.

Leuchten in Unterführungen, Bahnhöfen, Gefängnissen oder Parkhäusern sind oft absichtlicher Gewalteinwirkung ausgesetzt. Hier sind IK10 oder IK11-Leuchten besonders empfehlenswert, um langfristige Wartungskosten und Sicherheitsrisiken zu minimieren. In industriellen Umgebungen hingegen müssen Leuchten nicht Vandalismus widerstehen, sondern versehentlichen Stößen durch Fahrzeuge oder Maschinen.

Zusätzlich spielt die IK-Klasse eine Rolle bei der Auswahl der Materialien für die Leuchtengehäuse. Metallgehäuse oder widerstandsfähige Kunststoffe wie Polycarbonat oder gehärtetes Glas sind häufige Materialien, um eine hohe Schlagfestigkeit zu gewährleisten.

Auswahl der richtigen IK-Klassen: Worauf sollte man achten?

EinsatzortInnenleuchten benötigen meist eine geringere IK-Klassifizierung als Außenleuchten oder Sicherheitsbeleuchtung.
GefährdungspotenzialIn Bereichen mit hoher mechanischer Beanspruchung oder Vandalismusrisiko sind Leuchten mit hoher IK-Klasse erforderlich.
Kombination mit IP-SchutzartenEine hohe IK-Klassifizierung bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Leuchte auch gegen Staub oder Wasser geschützt ist. Daher müssen sowohl IP-Schutzart als auch IK-Klasse bei der Planung berücksichtigt werden.
Normen und VorschriftenDie Prüfung der Schlagfestigkeit von Leuchten erfolgt nach der Norm EN 60068-2-75, die standardisierte Tests zur Festlegung der Schutzstufen vorgibt. Je nach Einsatzort müssen noch weitere Normen und Vorschriften eingehalten werden.
Leuchte mit hoher IK-Klasse in einer U-Bahn-Station.
Frieder Blickle
Insbesondere in Bereichen, die der breiten Öffentlichkeit zugänglich und vandalismusgefährdet sind, stellen hohe IK-Klassen einen Vorteil dar.

Fazit: Warum die richtige IK-Klassifizierung für Leuchten entscheidend ist

Die IK-Klassifizierung spielt eine wesentliche Rolle bei der Planung und Installation von Beleuchtungssystemen. Eine korrekte Wahl der IK-Klasse erhöht die Betriebssicherheit, reduziert Wartungskosten und stellt sicher, dass die Beleuchtung in Bereichen mit potenzieller mechanischer Einwirkung funktionsfähig bleibt.

Bauherren, Installationsbetriebe und technische Planungsbüros sollten daher stets die Anforderungen des jeweiligen Einsatzbereichs berücksichtigen und sich an den Vorgaben der EN 62262 orientieren.

Insbesondere in vandalismusgefährdeten Bereichen und industriellen Umgebungen sind robuste Leuchten mit hoher IK-Klasse ein entscheidender Faktor für Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit. Eine durchdachte Planung hilft nicht nur, Reparaturkosten zu senken, sondern sorgt auch für eine zuverlässige Beleuchtung in sicherheitskritischen Bereichen.

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