Das Heizkraftwerk (HKW) Nord der Stadtwerke München verbrennt in einem Jahr rund 700.000 Tonnen Abfall. Dabei werden mittels Kraft-Wärme-Kopplung Elektrizität und Fernwärme für Bayerns Metropole erzeugt. Das Beschicken der Öfen aus den Müllbunkern per Kran ist eine anspruchsvolle Sehaufgabe – hier hilft jetzt eine neue, leistungsfähige Beleuchtung von NORKA.
Aus den Augen, aus dem Sinn – das Sprichwort gilt ganz besonders für den Abfall, den wir täglich produzieren. Doch hier, in den zwei riesigen Müllbunkern des Heizkraftwerks Nord in Unterföhring häuft er sich, mit „bis zu 22 Meter Schütthöhe, wenn es mal knüppeldicke voll ist“, weiß Gerd Manthei, der hier am Standort Nord für die gesamte Elektro- und Leittechnik verantwortlich ist. Aus der vielgestaltigen, staubig-grauen Masse leuchten unterschiedlichste Farbtupfer hervor: Vor allem das Blau der Plastikmüllsäcke, aber auch kräftiges Grün, Rot oder Orange einzelner weggeworfener Gegenstände. Das all dies von der verglasten Kanzel der Kranführer so gut zu erkennen ist, liegt auch an der neuen Beleuchtung. Sie wurde im vergangenen Jahr auf LED-Technik von NORKA umgestellt, was die Sicht- und damit die Arbeitsbedingungen im Müllbunker nachhaltig verbesserte.
Denn insbesondere die Kranführer haben hier einen anspruchsvollen Job: Der Müll, den die Fahrzeuge anliefern, wird über hydraulische Schieber in die beiden Müllbunker befördert. Mit dem Krangreifer verteilen die Kranführer den Abfall gleichmäßig im Bunker und haben dabei ein Auge auf unbrennbare oder anderweitig verdächtige Stücke, die sicherheitshalber aussortiert werden. Schließlich ist es ihre Aufgabe, den Verbrennungsofen über die sogenannten Schurren kontinuierlich mit Brennstoff zu beschicken. Aus diesen Sehaufgaben leiten sich als Anforderungen an das Licht eine Beleuchtungsstärke von mindestens 200 Lux auf der Nutzebene sowie eine gute Farbwiedergabe ab. Die Nutzebene definiert sich dabei ebenerdig, die 65 bzw. 42 Meter langen und je 12 Meter breiten Bunker reichen weitere 10 Meter tief in die Erde. Die Deckenhöhe beträgt 29 Meter, das Fassungsvermögen rund 20.000 Kubikmeter bzw. 5.000 Tonnen Müll: Mehr als genug, damit auch übers Wochenende der Brennstoff nicht knapp wird.

Im Müllbunker des Heizkraftwerkes München-Nord sorgt die Beleuchtung von NORKA für bessere Sicht- und Arbeitsverhältnisse.

Die neue Lichtqualität überzeugt besonders die Kranfahrer des Heizkraftwerks; die Schwenkbarkeit der Einzelleuchten gewährleistet eine optimale Verteilung des Lichts und schützt die Fahrer vor Blendung.
Als Ersatz für die veraltete Beleuchtung mit 1000-W-Entladungslampen lieferte NORKA leistungsfähige LED-Leuchten vom Typ ERFURT LED HIGH OUTPUT m1500 – als projektspezifische Lösung werkseitig zu 6-lampigen Armaturen zusammengefasst. 12 dieser Leuchten im Bunker des Blocks 3 sowie 13 im Bunker des Blocks 1 erfüllten den Lichtstrombedarf problemlos und bieten bei einer Farbtemperatur von 4.000 Kelvin gute Farbwiedergabe mit Ra>80. Die Leuchten überzeugten die Praktiker wie Gerd Manthei und seine Kranfahrer bei einer Bemusterung mit ihrer Lichtqualität, aber auch mit konstruktiven Vorteilen: „Zunächst sind die Einzelleuchten schwenkbar“, erklärt Manthei: „So können wir die Kranfahrer vor Blendung schützen und das Licht auf der Ebene optimal verteilen.“
Ein weiterer Pluspunkt aus seiner Sicht: „Die Leuchtengehäuse haben so gut wie keine waagerechten Flächen, auf denen sich Schmutz ablagern könnte.“ Wichtig, da eine Reinigung im Betrieb zusätzlichen Aufwand bedeutet. Dass die neuen Leuchten mit Schutzart IP65 staub- und wasserdicht sind und den jahreszeitlich zwischen 0° und 30° Celsius schwankenden Temperaturen in den Müllbunkern problemlos standhalten, ist bei NORKA als führendem Spezialisten für Lichtlösungen unter schwierigen Umgebungsbedingungen selbstverständlich.
Durch die Sanierung der Beleuchtung in den Bunkern reduzierte sich die Anschlussleistung von zuvor 26,8 kW um fast die Hälfte. Da die Beleuchtung rund um die Uhr in Betrieb ist, summiert sich die Energieeinsparung; natürlich hat Manthei dafür einen anschaulichen Vergleich parat: „Das ergibt im Jahr allein für Block 1 einen Minderverbrauch von 57 MW/h – eine ganze Menge verglichen mit den 2-3 MW/h, die ein normaler Haushalt im Jahr verbraucht.“ Die Montage erledigten Manthei und sein Team als Elektro-Profis selbst in Betriebspausen und nutzten dabei die Kranbrücken als Arbeitsbühnen. Während die Leuchten in Block 1 direkt an der Betondecke befestigt werden konnten, war wegen der abgehängten Decke im Block 3 eine zusätzliche Tragstruktur für die Leuchten notwendig, die bauseits erstellt wurde.


Die 6-lampigen Armaturen mit Leuchten vom Typ ERFURT LED HIGH OUTPUT m1500 erfüllen den Lichtstrombedarf problemlos und sorgen gleichzeitig für eine massive Energieeinsparung.

4-lampige ERFURT LED Leuchten sorgen für ausgezeichnete Lichtverhältnisse im Hauptlager.
Im Betrieb erweist sich die neue Anlage nicht nur als leistungsfähig und zuverlässig. Das problemlose Schaltverhalten der LED-Leuchten brachte auch einen Sicherheitszuwachs gegenüber der alten Beleuchtung: Schaltvorgänge im Kraftwerk lassen gelegentlich die Spannung für Sekunden einbrechen, dadurch verlöschten die Entladungslampen und benötigten mehrere Minuten Abkühlzeit, bevor der Neustart möglich war. Solche Zwangspausen, die durch Notbeleuchtung überbrückt werden mussten, sind nun Vergangenheit – und auch bei Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten im Bunker oder am Kran haben die Techniker jetzt beste Sicht. Angesichts dieser vielen Pluspunkte entschied sich Manthei auch in weiteren Bereichen des Kraftwerks für NORKA Produkte als Ersatz für konventionelle Altleuchten: Unter anderem im Hauptlager mit Warenannahme und Qualitätskontrolle, wo jetzt 4-lampige ERFURT LED Leuchten für ausgezeichnete Lichtverhältnisse sorgen.
Fotos: NORKA/Günther Fotodesign