Auch unter extremen Umgebungsbedingungen für gutes Licht zu sorgen, darauf hat sich der Leuchtenhersteller NORKA seit 75 Jahren spezialisiert. Mitunter müssen die Produkte harte Prüfungen bestehen, um sich für ihren Einsatz zu qualifizieren – ganz nach der Devise „Safety first“. So wurde beispielsweise die Leuchte SPANDAU LED für den Einsatz in Bahntunneln einem Staudrucktest im Hochdruckwindkanal Göttingen unterzogen.

Die SPANDAU LED hat NORKA speziell für die Beleuchtung von Tunnels, Gängen oder Unterführungen entwickelt.
Noch ein letztes Mal prüft Anusch von Rudkowski, Laborleiter bei NORKA, die Testvorrichtung mit der montierten Leuchte, dann schließt sich der zentimeterdicke stählerne Deckel der Druckschleuse. Der Geräuschpegel im Göttinger Labor des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) steigt, als ein Elektromotor mit 470 kW beginnt, die Luft im Hochdruckwindkanal zu beschleunigen. Jetzt wird es spannend: Von Rudkowski beobachtet die Messwerte am Bildschirm, während ein Mitarbeiter des Instituts für Aeroelastik die Anlage immer weiter hochfährt. Angepeiltes Ziel: eine Druckfestigkeit von 5790 Pa – das entspricht dem Staudruck bei 350 km/h Windgeschwindigkeit. Der Wert wird erreicht, die Leuchte hält stand. Also: Noch mehr Druck! Erst bei 6970 Pa, deutlich mehr als für den Tunneleinsatz benötigt, wird der Versuch abgebrochen. „Wir sind fest davon ausgegangen, dass die SPANDAU LED den Test besteht,“ sagt von Rudkowski hinterher – aber ein bisschen erleichtert wirkt er doch.

Im Hochdruckwindkanal des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Göttingen wurde die NORKA Leuchte SPANDAU LED einem Staudrucktest unterzogen.
Mit dem Staudrucktest im Windkanal qualifiziert sich die Leuchte für den sicheren Einsatz in Hochgeschwindigkeitstunneln – der Sinn liegt auf der Hand: Hochgeschwindigkeitszüge erzeugen in der Luft eines Tunnels enorme Druckwellen, diesen Belastungen muss die Beleuchtung dauerhaft standhalten. Interessant am Test sind dabei die Details der Durchführung: Der Göttinger Hochdruckwindkanal nutzt nämlich den Effekt, dass unter erhöhtem Druck dieselben physikalischen Effekte erzielt werden, wie sie auch bei einer höheren Geschwindigkeit auftreten würden. So lassen sich hohe Windgeschwindigkeiten simulieren – zum Beispiel die im Test erforderlichen 350 km/h durch die Kombination aus 15 bar Druck und 28 m/s Geschwindigkeit. Maximal kann die Anlage im Institut für Aeroelastik 100 bar Druck und 35 m/s Geschwindigkeit erzeugen: „Damit verfügen wir über eine weltweit einmalige Versuchseinrichtung für die Untersuchung aerodynamischer und aeroelastischer Fragestellungen“, erklärt DLR-Teamleiter Dr. Marc Braune nicht ohne Stolz. Bei der Vermessung der Leuchte setzten die Ingenieure 14 Beschleunigungssensoren ein, um zu messen, wie stark das Gehäuse und die Befestigung belastet und in Schwingung versetzt wurden.
Die Leuchte SPANDAU LED hat NORKA speziell für die Beleuchtung von Tunneln, Gängen oder Unterführungen entwickelt. Ihre extrem breitstrahlende „Batwing“-Lichtverteilung erlaubt großzügige Leuchtenabstände von bis zu 17 Metern. Das senkt die Zahl der Lichtpunkte und damit auch die Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten. Eine Wandhalterung aus Edelstahl, das Kunststoffgehäuse sowie die Leuchtenabdeckung aus Polycarbonat machen die Leuchte extrem widerstandsfähig – was der Drucktest eindrucksvoll unterstreichen konnte. Grundsätzlich gilt es als Lieferant für Beleuchtung im gleisnahen Bereich strenge Vorschriften zu erfüllen. Das sind neben den Vorgaben und Regeln der DIN EN 60598 und der DIN EN 12464 weitere unternehmenseigene elektro- und lichttechnische Richtlinien sowie Planungsvorgaben für die Sicherheit der Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden.
Um nur ein Detail zu nennen, wie sich NORKA Leuchten für den Bahnbereich von den Standardprodukten unterscheiden: Sie sind zum Beispiel mit SELV (Safety Extra Low Voltage) Betriebsgeräten und LED-Modulen ausgestattet, das heißt, ab der Sekundärseite ist eine galvanische Trennung vom Versorgungsnetz gegeben. Die Speisespannung der LED-Module ist auf ungefährliche Werte begrenzt, was Instandhaltungsarbeiten einfacher und sicherer macht. Als früherer Vertriebsleiter ist Florian Schönfeld, Geschäftsführer bei NORKA, mit den Anforderungen im Bahnumfeld bestens vertraut: „Robust sind unsere Leuchten schon von Haus aus“, sagt Schönfeld und ergänzt: „Aber nur unsere Flexibilität und Kundenfokussierung ermöglichen eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen in ganz Europa."
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Fotos: NORKA/Frieder Blickle